Tutorat Caroline Weber Februar-März 2026
6. März 2026, von Anastasiia Stulen

Foto: Caroline Weber
Ein fünfwöchiges Lehrpraktikum am Lehrstuhl für Deutsche Philologie der Universität Vilnius
Einen guten Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten während des Tutorats gibt Frau Caroline Weber in ihrem Bericht über ihr fünfwöchiges Tutorat im Februar-März 2026 an der Universität Vilnius.
Vom 01.02. bis zum 06.03.2026 konnte ich erneut ein Lehrpraktikum an der Universität Vilnius in Litauen absolvieren. Da mein erster Aufenthalt im März 2025 nur von kurzer Dauer war, nahm ich das Angebot von Frau Prof. Dr. Zinsmeister, ein weiteres Mal nach Litauen zu reisen, gern an. Bereits während meines ersten Aufenthalts hatte ich erste Einblicke in das Projekt „Korpusdidaktik für formelhafte Sprache“ (kurz: KoDi-FS), gefördert durch den DAAD, erhalten. Umso motivierter war ich, diesen fachlichen Austausch nun vertiefen und weiterführen zu können.
Gleich zu Beginn meines Aufenthalts in Vilnius fand im Rahmen des KoDi-FS ein dreitägiger Workshop zum Thema „Korpora und Editionen. Ansätze der Digital Humanities“ statt. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt, die die Bedeutung von Korpora für die Sprachdidaktik im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache verdeutlichten. Die Diskussionen und Einblicke boten mir eine wertvolle theoretische Grundlage, die ich sowohl im Verlauf meines Praktikums als auch in meinem eigenen Unterricht berücksichtigen konnte.
Mit dem Semesterbeginn setzte ebenfalls der universitäre Alltag ein: Organisatorische Abläufe mussten abgestimmt werden, Lehrveranstaltungen starteten und den Studierenden war die Freude über das neue Semester anzusehen. Für mich war es besonders erfreulich, nicht nur bekannte Lehrende, sondern auch einige Studierende aus meinem ersten Aufenthalt wiederzusehen.
Zu den zentralen Aufgaben meines Praktikums gehörten die Hospitation von Lehrveranstaltungen sowie die Planung und Durchführung eigener Unterrichtseinheiten. Dabei wurde ich eng durch die Lehrenden begleitet und unterstützt. Ich nahm unter anderem an Kursen wie Gegenwartsdeutsch, Morphologie, Interkulturelle Kommunikation und deutscher Literaturwissenschaft teil und erhielt dabei Einblicke in unterschiedliche didaktische Ansätze des Sprachlernprozesses. Ich habe den Unterricht nicht nur beobachtet, sondern konnte ihn auch durch Nachfragen oder Anmerkungen aktiv mitgestalten.
So übernahm ich im Verlauf des Praktikums eigene Unterrichtseinheiten in den Kursen zum Gegenwartsdeutsch und zur Morphologie. Dabei plante ich die Sitzungen gemeinsam mit der Lehrperson und entwickelte eigenständig passende Materialien und führte die Stunden weitgehend selbstständig durch. Trotz anfänglich zögerlicher Beteiligung fassten die Studierenden schnell Mut und beteiligten sich rege und sehr interessiert. Kleine Quiz oder landeskundliche Gespräche über Litauen und Deutschland lockerten die Stimmung schnell auf.
Im Rahmen des Seminars zur interkulturellen Kommunikation, wurden Exkursionen zu verschiedenen Institutionen mit Deutschlandbezug unternommen. Dazu zählten unter anderem Besuche beim litauischen Außenministerium sowie bei der Auslandshandelskammer. Diese Einblicke verdeutlichten die vielfältigen beruflichen Perspektiven, in denen Deutschkenntnisse eine wichtige Rolle spielen, und erweiterten mein Verständnis für die deutsch-litauischen Beziehungen.
Caroline Weber
Der Austausch mit den Dozierenden sowie die Teilnahme an Seminaren eröffneten mir neue Perspektiven auf die Vermittlung sprachlicher Inhalte. In Verbindung mit den Impulsen aus dem KoDi-FS-Workshop konnte ich eine Vielzahl methodischer Ansätze kennenlernen. Dabei wurde ich für die Bedeutung authentischer Sprachdaten und korpusbasierter Zugänge sensibilisiert, die dazu beitragen können, Sprachlernprozesse stärker an den Bedürfnissen der Lernenden auszurichten.
Rückblickend hat mir das Praktikum erneut verdeutlicht, wie relevant der Erwerb von Sprachkompetenz auch in Zeiten von KI und automatisierten Übersetzungsprogrammen bleibt. Dies wurde während der Exkursionen auch im Kontext internationaler Zusammenarbeit und des Austauschs immer wieder betont. Darüber hinaus wurde mir durch die Hospitation sprachhistorischer Lehrveranstaltungen bewusst, wie eng die sprachlichen und gesellschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Litauen sind. Diese Erfahrungen bekräftigen meinen Wunsch, auch künftig im Bereich der Sprachvermittlung tätig zu sein.
Mein Dank gilt Frau Assoc.-Prof. Dr. Vaiva Žeimantienė sowie Frau Assoc.-Prof. Dr. Skaistė Volungevičienė als auch dem gesamten Lehrstuhl für deutsche Philologie an der Universität Vilnius für die herzliche Aufnahme und wertvolle Unterstützung. Mein Dank gilt auch Frau Prof. Dr. Heike Zinsmeister und den Koordinierenden der Universität Hamburg, die dieses Angebot ermöglichen.
Autorin: Caroline Weber
Einen Beitrag darüber finden Sie auf der Webseite der Universität Vilnius hier.

